Bayerns UrEinwohner

Eine Kampagne zum Schutz der Biodiversität

„Bayerns Ureinwohner“ ist eine Kampagne der Landschaftspflegeverbände in Bayern zum Schutz der Biodiversität, in Kooperation mit dem Bayerischen Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz und von dort finanziell unterstützt.

Förderbereiche sind:

  • Anwendungsorientierte Naturschutzforschung
  • Fachplanungen und Fachkonzepte
  • Anstöße zum Aufbau dauerhafter umweltgerechter Nutzung in Naturschutz-Schwerpunktgebieten
  • Bildungs-und Öffentlichkeitsarbeit

Bayerns Ureinwohner

Lasst die Fledermaus ins Haus / 2015-2016

UrEinwohner des Projektes war die Zwergfledermaus (Pipistrellus pipistrellus). Sie ist eine der häufigsten Fledermausarten in den bayerischen Städten, auch in Hof.

Da sie sie sich im Sommer und im Winter bevorzugt in der Nähe von Siedlungen aufhält, zählt sie zu den „Haus-Fledermäusen“. Um ihre Lebensbedingungen (Quartierangebot, Nahrungsgrundlage) zu verbessern, sollten kirchliche und städtische Flächen und Gebäude ökologisch aufgewertet werden.

Zur Erreichung der Ziele wurden auf zahlreichen kirchlichen Grundstücken Pflanzungen durchgeführt und Blühwiesen mit Wildblumenmischungen angelegt. 100 Fledermaus-Nisthilfen wurden in kirchlichen und städtischen Parkanlagen angebracht. Die Aktionen fanden mit Kindergärten, Konfirmanden und Mitgliedern der Kirchengemeinden statt. Weiterhin fand ein Gottesdienst im Grünen zum Thema statt. Mit dem BAT-Detektor fanden drei Fledermauswanderungen auf den Spuren der Fledermaus statt. Es wurden eine Nachkartierung von Fledermausbeständen durchgeführt, da die vorhandene schon überaltert war.

Guter Heinrich – ein altes Wildgemüse wieder entdecken / 2012

Der Gute Heinrich (Chaenopodium bonus-henricus), auch wilder Spargel genannt, ist eine unscheinbare Pflanze, die früher ubiquitär vorhanden war. Er wuchs in der Ruderalflur der Dörfer, z.B. an Wegrändern, Misthaufen, Rainen und Mauern.

Durch den übertriebenen Ordnungssinn wurden aber diese typischen Standorte immer mehr beseitigt. Der Gute Heinrich steht bundesweit auf der RL3 und ist vom Aussterben bedroht. Ziel war es, den Guten Heinrich als Stellvertreter der sogenannten „Unkräuter“, die aber für Mensch und Tier nützlich sind, ins Rampenlicht zu rücken. Die Projekteröffnung fand mit der Leihausstellung „Wildpflanzen im Dorf“ im Foyer des Landratsamtes statt. Weiterhin wurde die Bevölkerung mittels Presseartikel aufgerufen, Standorte vom Guten Heinrich zu melden, um diese kartographisch festzuhalten.

Es wurde eine Broschüre mit Wildkräuter-Rezepten erstellt, Wildkräutergerichte auf dem Hofer Umwelttag zum Verkosten angeboten. In der Kantine des Landratsamtes fand die „Grüne Woche“ mit Wildkräutergerichten auf dem Speiseplan statt. Der Naturhof „Faßmannsreuther Erde“ unterstützte das Projekt mit einer Wildkräuterwanderung. In der Gaststätte „Bedarfshaltestelle“ in Kirchgattendorf fand eine Lesung aus Werken von Heinrich Heine statt. Den Abschluss bildete ein Theaterstück zum Guten Heinrich mit der Christian-Wolfrum-Schule in Hof.

Unterwegs mit einem Nachtschwärmer / 2010

Im Mittelpunkt dieser Aktion stand der Wolfsmilchschwärmer (Hyles euphorbiae). Wie der Name schon sagt, braucht der Wolfsmilchschwärmer die Zypressenwolfsmilch als Nahrungspflanze für seine Raupen.

Es handelt sich um einen nachtaktiven Falter, der ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammt. Diese Schmetterlingsart kommt auf naturnahmen Trocken- und Magerrasen mit Zypressenwolfsmilch vor. Sie ist in wärmerer, nicht intensiv genutzter Landschaft anzutreffen und gilt in Oberfranken als hochgradig gefährdet. Kartiert wurde Sie im Saaletal und nördlich der Stadt Hof. In Zusammenarbeit mit Schulen und Jugendgruppen wurden verschiedene Aktionen durchgeführt:

  • Am Hofer Umwelttag wurde ein Malwettbewerb durchgeführt.
  • In der Hofer Altstadt wurde unter dem Motto „Wer ist der schönste Wolfsmilchschwärmer in Hof?“ die schönste Raupenverkleidung gewählt.
  • Eine Lichtfangbestimmung von Nachtfaltern fand am Krebsbach in Hof statt.
  • Ein Fotowettbewerb wurde durchgeführt.

Schatzinseln im Frankenwald / 2009

Die Kleine Goldschrecke (Euthystira brachyptera) war Zielart dieses Projekts, welches räumlich im Naturraum Frankenwald des Landkreises Hof angesiedelt war. Projektpartner des LPV war der Bund Naturschutz, Kreisgruppe Hof.

Der Lebensraum der Kleinen Goldschrecke sind magere ungemähte Randbereiche in Feucht- und Magerwiesen. Im Rahmen des Projekts wurden die Vorkommen kartiert. Um die Bevölkerung für den Lebensraum und die Notwendigkeit von Brachflächen zu sensibilisieren, fand eine enge Zusammenarbeit mit Jugendgruppen und Schulen statt. Neben Exkursionen mit Schulklassen zu den Flächen wurde mit den Kindern ein Lebensraummodell nachgebaut sowie Goldschrecken-Skulpturen aus Pappmaché künstlerisch gestaltet. Den Abschluss der Aktion bildete ein Theaterstück zum Thema „Mit der Kleinen Goldschrecke auf Du und Du im Frankenwald“.

Von Muscheln und Menschen / 2008

Das Projekt recherchierte den Wandel der Kulturlandschaft entlang des Perlenbaches zwischen Schönwald und Rehau. Da das Projektgebiet sich über Teilbereiche der Landkreise Hof und Wunsiedel erstreckte, waren Träger der Landschaftspflegeverband Hof in Zusammenarbeit mit dem Naturpark Fichtelgebirge.

Unser „UrEinwohner“ war die Fluss-Perlmuschel (Margaritifera margaritifera), die hier in der Region als hochgradig gefährdete Art in nährstoffarmen kühlen Gewässern lebt. Aufgrund ihrer langen Lebensdauer (120 Jahre) sind Flussperlmuscheln „lebende Fossile“ und somit Zeitzeugen eines langjährigen Kulturwandels. Ziel war die Dokumentation der Veränderung der Kulturlandschaft in Zusammenhang mit der Flussperlmuschel und die Entwicklung einer Vision zu einer perlmuschelverträglichen Landnutzung.

Broschüre

Weitere Projekte:
Diabasfelsen in Hof