Biodiversitäts-Programm Bayern 2030

Was ist Biologische Vielfalt?

Seit RIO 1992 ist die Biologische Vielfalt ein bestimmendes Thema im Umgang mit unserer Umwelt. Bund und Länder haben Strategien entwickelt, wie diese bei uns erhalten und gefördert werden kann. Sie meint sowohl Vielfalt der Arten als auch der Lebensräume, Nutzungsformen, Nutztiere und Nutzpflanzen.

Ein hoher Grad an Verschiedenheit (Diversität) ist eine wichtige Voraussetzung: Verschiedenheit von Standortqualitäten, Lebensgemeinschaften und angepassten Nutzungsformen. Beispiele sind nasse, einschürige Talwiesen, mäßig gedüngte Heuwiesen oder extensive Weiden mit Schafen und Rindern. Biologische Vielfalt ist kein Selbstzweck. Sie ist Grundlage unseres Daseins, menschlicher Kultur und wirtschaftlichen Handelns. Sie liefert Anreize für Naturerleben und ästhetisches Empfinden, ist Grundlage landwirtschaftlicher Erzeugung oder Qualitätsmerkmale touristischer Gebiete.

Lebende Extreme auf blauem Fels – Das Serpentinit-Projekt in Nordost-Oberfranken

Ein seltenes Gestein hat sein Vorkommen in unserer Region – der Serpentinit. Wie ein Gürtel zieht er sich durch den Landkreis Hof: von der Woja- und Haidleite bis hin zum Haidberg bei Zell – und etwas weiter westlich hin zum Peterleinstein in den Landkreis Kulmbach. Dort, wo das Gestein kleinflächig an die Erdoberfläche tritt, haben sich außergewöhnliche Pflanzenarten angesiedelt. Sie sind perfekt an die jeweiligen Bedingungen vor Ort angepasst. In schattigen Felsspalten fühlt sich der filigrane und stark gefährdete Braungrüne Streifenfarn besonders wohl. Etwas mehr Licht und Trockenheit verträgt dagegen der Serpentinstreifenfarn. Und eine Art, die weltweit ausschließlich im Naturschutz- und FFH-Gebiet Woja- und Haidleite auf den dortigen Serpentinitfelsen vorkommt, ist die Serpentin-Grasnelke.

Leider sind die Serpentinit-Standorte unter anderem durch den Klimawandel und Nährstoffeinträge gefährdet. Da die Hauptvorkommen der Serpentinitarten größtenteils in unserer Heimatregion liegen, tragen wir eine herausragende Verantwortung für deren Schutz und Erhalt. Deshalb konzentriert sich der Landschaftspflegeverband im Rahmen von zunächst knapp zwei Projektjahren auf die Serpentinitflächen in den Landkreisen Hof und Kulmbach. Das Projekt wird durch Mittel des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz gefördert.

Zunächst kartiert ein Biologe die standorttypischen Pflanzen. Außerdem untersuchen Zoologen, welche Schmetterlinge und Reptilien auf den Flächen vorkommen. Die Artenspezialisten schlagen dann Maßnahmen zur Verbesserung der Standorte vor. Sofortmaßnahmen, wie beispielsweise das Entfernen von Moospolstern, sollen daraus resultierend beeinträchtigte Flächen aufwerten. Die langfristige Festlegung einer dauerhaften Pflege sichert den Erhalt der Flächen auch in Zukunft. Daneben möchten wir die Bevölkerung über diesen wertvollen Naturschatz in der Region informieren. Geplant sind u.a. Führungen, die Bereitstellung von Informationsmaterial und das Aufstellen von Schildern an ausgewählten Flächen.

Das Projektmanagement übernimmt Isabel Kaske (Master of Science Nachhaltigkeits-Geographie). Bei Fragen und Anregungen ist sie per E-Mail oder telefonisch unter (09281) 57-319 erreichbar.

Projekt-Flyer

Arnika & Co. – das Wiesenprojekt im Frankenwald

Das Projektgebiet umfasst den zum Landkreis Hof gehörenden Teil des Frankenwaldes - enge Bachtäler, waldreiche Gebiete und größeren Rodungsinseln auf den Hochebenen. Neben Wäldern prägen bunte Wiesen das Landschaftsbild und tragen zur Attraktivität der beliebten Tourismusregion bei.

Das Projekt trägt dazu bei, die Vielfalt und Schönheit der Frankenwaldwiesen zu erhalten. Hier existieren Restvorkommen besonders seltener Arten, wie Arnika, Katzenpfötchen, Breitblättriges Knabenkraut, Holunderorchis, Stattliches Knabenkraut, Trollblume, Perückenflockenblume oder Bärwurz.

Wir vermehren besonders gefährdete Arten. Durch Vorträge, Führungen, Fotowettbewerb und die Konzipierung der „Erlebniswelt Frankenwaldwiese“ binden wir die Öffentlichkeit ein, um sie für die Naturschönheit Frankenwald zu sensibilisieren. Das Projekt ist ein Biodiversitätsprojekt der Regierung von Oberfranken, das mit Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz gefördert wird.

Programm 2021 Broschüre

Weitere Projekte:
Bundesprogramm Biologische Vielfalt