Projekt „Diabasfelsen in Hof“

Schutz und Entwicklung von Felspioniervegetation

Die Diabasfelsen in Hof sind Standorte einer besonderen Pflanzenwelt. Inmitten einer intensiv genutzten Umgebung finden sich hier oft die einzigen Reste einer naturnahen Vegetation.

Mit dem Projekt will der Landschaftspflegeverband Landkreis und Stadt Hof e.V. die Aufmerksamkeit von Naturschutz und Landschaftspflege auf diesen besonderen Lebensraum richten, negativen Einflüssen auf die Felsvegetation entgegenwirken und zu deren Schutz und Entwicklung beitragen. Das Projekt wird durch den Bayerischen Naturschutzfonds gefördert.

Bayerischer Naturschutzfonds

Geschützte Lebensraumtypen und Arten

Spezielle, an offene Felsbereiche angepasste Pflanzengesellschaften stehen im Mittelpunkt des Felsenprojektes. Solche Felspionierfluren mit einjährigen Kräutern, Moosen und Flechten sind sowohl nach §30 Bundesnaturschutzgesetz, als auch gemäß der Flora-Fauna-Habitatrichtlinie (FFH) als „LRT 8230 – Silikatfelsen mit Pioniervegetation“ europaweit geschützt.

Die Diabasfelsen des Bayerischen Vogtlandes bilden dabei ein regionales Schwerpunktvorkommen des LRT 8230 in Bayern. Sie konzentrieren sich im Saaletal in Hof und seinen Nebentälern. Typische Lokalitäten sind steile Talhänge oder aus der Umgebung herausragende Diabaskuppen. Kennzeichnend sind Arten wie der Ausdauernde Knäuel (Scleranthus perennis), der Frühlings-Spörgel (Spergula morisonii) die stark gefährdeten Ehrenpreis-Arten Dillenii´s Ehrenpreis (Veronica dillenii) und Frühlingsehrenpreis (Veronica verna) sowie bestimmte Moose und selten gewordene Flechten.

Gefährdung

Fels-Pioniervegetation ist durch Nährstoffeinträge, Gehölzaufwuchs und Vergrasung stark unter Druck geraten. Die „Verinselung“ innerhalb der intensiv genutzten Umgebung und der Wegfall extensiver Nutzungsformen zur Offenhaltung der Biotopflächen verschärfen dies.

Im Bayerischen Vogtland besteht darüber hinaus eine lokale Verdrängung naturnaher Felsrasen durch das Eindringen der Kaukasus-Fetthenne (Sedum spurium). Diese, als Zierpflanze im 19. Jahrhundert eingeführt und auch im Herkunftsareal felsbewohnende Pflanze, überwuchert stellenweise ganze Talhänge und hat sich in verschiedenen Felsbiotopen der Stadt Hof und im Oberen Saaletal ausgebreitet. Ihr Gefährdungspotential wurde erst kürzlich erkannt.

Gezielte Maßnahmen und wissenschaftliche Begleituntersuchungen

Mit gezielten Maßnahmen sollen im Laufe des Projektes bestehende Vorkommen gesichert und Standorte zur Neubesiedlung von Felspionierfluren geschaffen werden.

Dabei betritt das Projekt landschaftspflegerisches „Neuland“. So bestehen noch keine Erfahrungen im Umgang mit der Kaukasus-Fetthenne oder bei der gezielten Anlage von Felsbiotopen. Aus diesem Grund werden die Pflegemaßnahmen wissenschaftlich begleitet.

Umweltbildung und Öffentlichkeitsarbeit

Das Projekt wird durch Aktionen zur Umweltbildung und Öffentlichkeitsarbeit unterstützt. Im Rahmen des Hofer Umwelttages wird es Führungen zu Felspionierfluren am Theresienstein geben.

Fachkonzept und Begleituntersuchungen:
Naturschutzbüro Blachnik
www.agentur-blachnik.de

Kooperationspartner:
Stadt Hof
Untere Naturschutzbehörde

Infostand am Hofer Umwelttag
Weitere Projekte:
Biodiversitäts-Programm Bayern 2030