Gezielter Nährstoffausgleich für mehr Artenvielfalt
Der Landschaftspflegeverband Landkreis und Stadt Hof e.V. und die Kreisgruppe Hof des Bund Naturschutz (BN) haben ein gemeinsames Forschungsprojekt begonnen, das in den kommenden fünf Jahren die Artenvielfalt auf ökologisch wertvollen Wiesen im Hofer Land stärken soll.
Auf zehn ausgewählten Wiesenflächen – überwiegend im Frankenwald und im Rehauer Forst – werden künftig verschiedene Formen der Nährstoffzufuhr nach der Mahd getestet. Begleitet werden diese Versuchsreihen durch ein umfassendes Monitoring der Vegetationsentwicklung.
„Die langjährige fachgerechte Pflege unserer artenreichen Wiesen reicht vermutlich nicht aus, um die Vielfalt dauerhaft zu sichern“, erklärt Landrat Dr. Oliver Bär, erster Vorsitzender des LPV. Und weiter:
Mit dem Projekt wollen wir wissenschaftlich genau untersuchen, wie ein gezielter Nährstoffausgleich die Vitalität der Pflanzen verbessert und die Artenzusammensetzung stabilisiert.
Hintergrund ist, dass trotz sorgfältiger Bewirtschaftung auf vielen Flächen ein Rückgang der Artenvielfalt festgestellt wurde. Bodenanalysen deuten darauf hin, dass vor allem die sauren Bodenverhältnisse im Hofer Land und der damit verbundene Nährstoffmangel eine wesentliche Rolle spielen: Durch das kalkarme Ausgangsgestein stehen verschiedenen Pflanzen wichtige Nährstoffe nicht ausreichend zur Verfügung.
Geplante Projektschritte
Im Rahmen des Projekts werden daher je nach Versuchsanlage jährlich oder zweijährlich Nährstoffgaben wie Festmist oder Kalk ausgebracht. Das Monitoring umfasst detaillierte botanische Erhebungen vor den ersten Nährstoffgaben im Jahr 2026 und erneut im Abschlussjahr 2030. Zwischen 2027 und 2029 finden zusätzliche Untersuchungen statt, um auch witterungsbedingte Schwankungen der Pflanzenbestände zu erfassen. So können die verschiedenen Varianten später fundiert verglichen und bewertet werden. Die Ergebnisse sollen helfen, das Flächenmanagement weiter zu optimieren und – wenn möglich – auch auf andere geeignete Gebiete übertragen zu werden.
Finanziert wird das Projekt durch das Biodiversitätszentrum Rhön (Regierung von Unterfranken). Die wissenschaftliche Leitung liegt bei Dr. Marina Wolz. Vor Ort betreuen Regina Saller und Isabel Kaske (LPV Hof) sowie Wolfgang Degelmann (BN Hof) die Arbeiten.
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